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Umwelt-Lüge

Samstag, 07. Juli 2018

Besuch der Filmvorführung von „The Green Lie“ in der Arbeiterkammer Traun

Am Vormittag des 28. Juni besuchten die Schülerinnen und Schüler der zweiten Klassen der Handelsakademie und Handelsschule Traun gemeinsam mit Lehrenden die Arbeiterkammer in Traun, um den Dokumentarfilm „The Green Lie“ zu sehen. In dieser Dokumentation thematisieren Werner Boote und Kathrin Hartmann Mechanismen und Problematiken des „Greenwashings“ und kritisieren gängige Produktions- wie Konsumgewohnheiten. Anschließend an die Filmvorführung wurden Aspekte des Lebensmittelkonsums und dessen gesundheitliche und ökologische Folgen anhand eines informativen Quiz verdeutlicht.

„Wie hoch ist der Anteil an produzierten Lebensmitteln, die Palmöl beinhalten?“, diese Frage erwartet die Schülerinnen und Schüler im Vorfeld des Filmscreenings. Auf einem Plakat werden Schätzungen angemerkt und lassen Vorahnungen erkennen …

Im Laufe der Filmvorführung erfahren die Schülerinnen und Schüler mehr und werden mit weiteren Fragen konfrontiert: Wo und wie wird Palmöl gewonnen? Welch „hohen Preis“ zahlen andere für jenes Fett, das wir in Lebensmitteln verarbeitet billig kaufen? Ist zertifiziertes Palmöl wirklich besser als nicht-zertifiziertes Palmöl? Was garantieren Öko-Siegel? Und was kann man tun, um nachhaltiger zu leben?

Werner Boote und Kathrin Hartmann machten sich im Zuge der Dreharbeiten auf den Weg zu den sogenannten Schwellenländern unserer Erde. Die Regenwälder in diesen Ländern werden verbrannt, um Palmplantagen für die Palmölgewinnung zu errichten. Durch das Verbrennen des Regenwaldes entstehen viele Schadstoffe, welche die Menschen in diesen Ländern krank machen, beispielsweise zählen Lungenerkrankungen und Krebsarten zu den gesundheitlichen Risiken der Brandrodungen. Eine Ausnahme von diesem Szenario der Palmölgewinnung können die Filmemacher nicht nachweisen und stoßen auch bei ökologisch zertifizierten Palmölprodukten auf diese schockierenden Hintergründe.

Die Palmölgewinnung mag eine gewichtige, aber bei Weitem nicht die einzige umwelt- und gesundheitsschädigende Produktionsweise sein und so werden im Film außer der Lebensmittelindustrie auch die Automobilindustrie samt Treibstoffgewinnung untersucht.

Immer wieder wird die Frage nach der Verantwortung für jene Wirtschaftsweise gestellt, die den Profit über das Wohl von Menschen und Umwelt stellt. Diese Verantwortung völlig den Konsumentinnen und Konsumenten hinsichtlich ihrer Kaufentscheidungen zu übertragen, sei falsch. Es bedürfe eines Umdenkens von Unternehmen und Regierungen, welche Expertise, Überblick und Wirkmächtigkeit für eine ressourcenschonendere Wirtschaftsweise einsetzen müssten.

Dass Konsumierende jedoch im eigenen gesundheitlichen Interesse kritisch und ebenfalls verantwortungsbewusst beim Kauf vorgehen sollten und können, wird im anschließenden Infoquiz deutlich. So erfahren die Schülerinnen und Schüler detaillierter, was viele von ihnen bereits zuvor vermutet haben: Übermäßiger Palmölverzehr birgt gesundheitliche Risiken und für Alternativen in der Produktionsweise von Lebensmitteln bedarf es der öffentlichen Meinungsäußerung.

BS/CK